Schallschutz bei Klimaanlagen: So bleibt das Außengerät leise
Das Surren des Außengeräts kann bei Klimaanlagen sehr unangenehm werden, doch es lässt sich einfach verringern. Wer beim Kauf und der Installation auf den Schallschutz achtet, sorgt für ein angenehmes Klima drinnen und draußen. Wir erklären Ihnen daher, worauf es beim Schallschutz ankommt und wann eine individuelle Lösung gefragt ist.
Warum das Außengerät überhaupt Geräusche macht
Split-Klimaanlagen bestehen aus einem Innengerät und einem Außengerät. Im Außengerät arbeitet ein Kompressor, der Kältemittel verdichtet, sowie ein Lüfter, der die Wärme an die Umgebungsluft abgibt. Beide Komponenten erzeugen Betriebsgeräusche, in der Regel zwischen 40 und 55 Dezibel, je nach Modell und Betriebsmodus. Zum Vergleich: Ein normales Gespräch liegt bei etwa 60 dB, ein leises Büro bei 40 dB. Moderne Geräte – etwa aus der Panasonic-Serie, auf die wir bei Wiesmayr setzen – erreichen im gedrosselten Nachtbetrieb Werte weit unter 50 dB. Das reicht in vielen Fällen aus. In anderen Situationen braucht es zusätzliche Maßnahmen.
Schallschutz im innerstädtischen Bereich
In Städten stehen Gebäude stehen eng beieinander, Innenhöfe verstärken Geräusche durch Reflexionen und Nachbarn sind oft nur wenige Meter entfernt. Genau in solchen Fällen muss der Schallschutz von Anfang an mitbedacht werden.
Was im städtischen Umfeld besonders wichtig ist:
- Standortwahl des Außengeräts. Die Positionierung ist hier besonders wichtig: Ein Außengerät, das direkt auf eine Hauswand oder in einen Innenhof bläst, kann Schall erheblich verstärken. Idealerweise zeigt der Luftauslass des Geräts daher in die Richtung einer freien Fläche, nicht auf Mauern oder Fensterfronten der Nachbargebäude. Mehr dazu auch in unserem Artikel: Klimaanlagen-Platzierung: Wo ist der beste Platz?
- Entkoppelung von Körperschall. Vibrationen des Kompressors übertragen sich über die Halterung auf Wände oder Decken und werden dort als Brummen wahrgenommen, oft störender als der eigentliche Luftschall. Spezielle Schwingungsdämpfer (z. B. Gummimanschetten oder Federelemente) unter dem Gerät oder an der Wandhalterung verhindern diese Übertragung.
- Schallschutzgehäuse und Umhausungen. Für Außengeräte gibt es spezielle Verkleidungen, die den abgestrahlten Schall in bestimmte Richtungen lenken oder dämpfen. Sie bestehen meist aus perforiertem Blech mit Absorbermaterial und müssen so konstruiert sein, dass die notwendige Luftzirkulation nicht beeinträchtigt wird, sonst leidet die Effizienz der Anlage.
- Rechtliche Anforderungen berücksichtigen. In Österreich gilt die ÖNORM EN ISO 11690 als Orientierung für Schallimmissionen am Nachbargrundstück. In Wohngebieten gelten tagsüber Richtwerte von 50–55 dB(A), nachts 35–40 dB(A). Wer diese Werte nicht einhält, riskiert Beschwerden oder behördliche Auflagen. Eine fachgerechte Planung schließt daher immer eine Einschätzung der Schallemission mit ein.
Schallschutz nach Maß: Besondere bauliche Anforderungen
Manchmal reichen Standardlösungen nicht aus. Das ist etwa der Fall bei Denkmalschutzobjekten, Gebäuden mit eingeschränkten Aufstellungsmöglichkeiten, Flachdachmontagen in der Nähe von Lüftungsöffnungen oder Betriebsstätten mit erhöhten Anforderungen an die Geräuschkulisse (z. B. Hotels, Arztpraxen oder Bürogebäude mit Außenterrasse).
Typische Szenarien und Lösungsansätze:
- Innenhöfe und Lichthöfe. In eng umbauten Innenhöfen kann der Schall kaum entweichen, denn er wird mehrfach reflektiert und summiert sich. Hier helfen akustisch optimierte Aufstellungswinkel, Schallschirme aus absorbierendem Material oder (wenn möglich) die Verlagerung des Außengeräts auf das Dach.
- Dachaufstellung. Auf Flachdächern wird das Gerät oft auf einem Stahlrahmen über der Dachebene montiert. Das ist aber nur dann vorteilhaft, wenn Strukturschall sorgfältig entkoppelt wird. Schwingungsgedämpfte Rahmen und die richtige Ausrichtung des Luftauslasses sind hier entscheidend.
- Sichtschutzverkleidungen mit Schallschutzfunktion. Besonders in städtischen Gründerzeitgebäuden wünschen sich Eigentümer und Hausverwaltungen, dass das Außengerät optisch nicht auffällt. Holzverkleidungen oder Metallgitter-Einhausungen können ästhetisch ansprechend gestaltet werden, müssen aber akustisch durchdacht sein. Schalldichte Verkleidungen ohne Luftdurchlass sind kontraproduktiv.
- Multi-Split- und VRF-Systeme. Wer mehrere Räume mit einer einzigen Außeneinheit klimatisiert, hat den Vorteil, dass es insgesamt weniger Außengeräte gibt. Gleichzeitig sind diese Geräte oft größer und leistungsstärker und damit potenziell lauter. Eine fundierte Planung ist hier unerlässlich.
In all diesen Fällen lohnt es sich, schon vor der Installation eine detaillierte Beratung in Anspruch zu nehmen. Bei Wiesmayr umfasst unser Planungs- & Beratungsservice auch die Bewertung des optimalen Aufstellungsorts unter Berücksichtigung von Schallschutzaspekten. So vermeiden Sie böse Überraschungen nach der Montage.





Geräte mit niedrigem Schallpegel wählen
Neben der Installation selbst ist die Wahl des richtigen Geräts entscheidend. Beim Vergleich von Außengeräten sollten Sie auf den angegebenen Schalldruckpegel in dB(A) achten und zwar im Heizbetrieb (oft lauter als Kühlbetrieb) und im Volllastbetrieb. Viele Hersteller geben den Schallpegel nur im Teillastbetrieb an, der im Alltag zwar häufiger vorkommt, aber kein vollständiges Bild liefert.
Die aktuellen Panasonic-Modelle, die wir bei Wiesmayr führen, zeichnen sich durch besonders leise Verdichtertechnologie und optimierte Lüftergeometrien aus. Im gedrosselten Nachtbetrieb arbeiten manche Modelle mit nur 19 dB(A), das ist kaum lauter als ein leises Flüstern.
Fazit: Schallschutz ist Planungssache
Das Außengerät muss nicht zum Streitpunkt mit der Nachbarschaft werden. Mit der richtigen Geräteauswahl, einer durchdachten Aufstellung und wo nötig maßgeschneiderten baulichen Maßnahmen lässt sich der Schallpegel in nahezu jeder Situation auf ein verträgliches Niveau senken.
Wer unsicher ist, wie laut das geplante Außengerät am geplanten Standort tatsächlich wirkt, dem empfehlen wir einen Problem-Check, auch für bereits installierte Anlagen, bei denen der Lärmpegel nachträglich zum Thema geworden ist.
Machen Sie sich Ihr Wohlfühlwetter.
Unsere Wiesmayr Klimatechnik Mitarbeiter beraten Sie gerne vor Ort und arbeiten gemeinsam mit Ihnen eine individuelle Lösung für die Klimatisierung Ihrer Räumlichkeiten oder Gebäude aus.



