Klimaanlagen für offene Raumkonzepte: So gelingt die Klimatisierung von Open-Space-Büros
Großraumbüros, Open-Space-Flächen und Co-Working-Bereiche stellen die Gebäudetechnik vor besondere Aufgaben: Große, oft verwinkelte Flächen mit unterschiedlichen Nutzungszonen, wechselnder Personenzahl und viel Glas oder Technik lassen sich deutlich schwerer gleichmäßig klimatisieren als klassische Einzelbüros mit klar abgetrennten Räumen. Auch im privaten Wohnbereich, etwa bei offenen Wohnküchen oder durchgängigen Wohn-Ess-Bereichen, stellt sich die Frage, wie eine Klimaanlage große, zusammenhängende Flächen zuverlässig kühlen kann. Wir zeigen, worauf es bei der Klimatisierung offener Räume ankommt.
Warum offene Räume eine besondere Herausforderung sind
In einem klassisch unterteilten Bürogebäude lässt sich jeder Raum mit einem eigenen Innengerät und individueller Temperaturregelung ausstatten. In offenen Raumkonzepten fällt diese natürliche Unterteilung weg, was mehrere Folgen für die Klimatisierung hat:
- Unterschiedliche Lastzonen: Ein Bereich mit großer Fensterfront und Südausrichtung heizt sich anders auf als eine innenliegende Zone oder ein Bereich mit vielen Servern und Bildschirmen. Eine einzige, zentrale Temperaturregelung wird dieser Vielfalt selten gerecht.
- Schwankende Personenzahl: Meetingbereiche, Hot-Desking-Zonen oder Empfangsbereiche sind unterschiedlich stark frequentiert. Jede Person gibt Wärme und Feuchtigkeit an die Luft ab, was die Kühllast lokal deutlich verändert.
- Große Luftvolumina: Hohe Decken, offene Galerien oder Atrien bedeuten mehr zu klimatisierendes Luftvolumen und damit höhere Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Geräte.
- Zugluft und Geräuschempfinden: Auf großer Fläche sitzen Mitarbeitende oft in unterschiedlicher Entfernung zu den Innengeräten. Wer direkt im Luftstrom sitzt, verspürt schnell Zugluft, während weiter entfernte Bereiche kaum gekühlt werden. Wie sich das vermeiden lässt, haben wir bereits ausführlich in unserem Beitrag Zugfreie Klimaanlage im Betrieb: Angenehm kühlen ohne Zugluft beschrieben.
Die passende Systemwahl für Open-Space-Büros
Für größere, offene Büroflächen haben sich in der Praxis vor allem zwei Ansätze bewährt:
1. VRF-/Multi-Split-Systeme mit mehreren Zonen
Bei größeren Open-Space-Flächen empfiehlt sich in der Regel kein einzelnes, überdimensioniertes Gerät, sondern ein System aus mehreren Innengeräten, die über ein zentrales Außengerät versorgt werden. VRF-Systeme (Variable Refrigerant Flow) erlauben es, jede Zone individuell zu regeln: Ein Meetingraum mit viel Personenaufkommen kann stärker gekühlt werden als eine ruhige Arbeitszone daneben, ohne dass gleich die gesamte Fläche zu stark gekühlt wird. Zusätzlich lassen sich mit einem einzigen Außengerät viele Innengeräte kombinieren, was bei begrenztem Platz für die Außeneinheit, etwa auf dem Dach oder an der Fassade, ein klarer Vorteil ist.
2. Kassettengeräte für die Deckenmontage
In offenen Büroflächen ohne durchgehende Zwischenwände sind Wandgeräte oft nicht praktikabel, da sie feste Bezugswände benötigen und ihr Luftstrom nur in eine Richtung wirkt. Deckenkassetten hingegen blasen die Luft in der Regel aus vier Richtungen gleichmäßig in den Raum und lassen sich unauffällig in eine abgehängte Decke integrieren. Für große, offene Flächen werden meist mehrere Kassetten so positioniert, dass sich ihre Wurfweiten überschneiden und keine ungekühlten „toten Zonen“ entstehen.
3. Luftmengenplanung statt Pauschallösung
Wie viel Kühlleistung ein offener Raum tatsächlich benötigt, hängt von vielen Faktoren ab: Fensterflächen, Dämmung, Personenzahl, Geräteabwärme und Deckenhöhe. Eine grobe Faustregel pro Quadratmeter greift bei offenen Flächen zu kurz, da einzelne Zonen stark unterschiedlich belastet sein können. Eine seriöse Planung berücksichtigt daher jede Zone einzeln. Zu berücksichtigen ist außerdem noch, wie Dämmung und Klimaanlagen zusammenspielen.
Steuerung und Zonierung: Komfort für unterschiedliche Nutzer
Ein zentraler Vorteil moderner Anlagen für offene Raumkonzepte ist die smarte, zonenweise Steuerung. Über eine zentrale App oder ein Gebäudeleitsystem lassen sich einzelne Bereiche unabhängig voneinander regeln, Zeitpläne für An- und Abwesenheitszeiten hinterlegen oder die Klimaanlage bei Störungen automatisch melden. Das ist gerade in Open-Space-Büros mit wechselnden Teams und Belegungszeiten praktisch, da niemand vor Ort manuell nachregeln muss. Mehr zu den Möglichkeiten smarter Steuerung lesen Sie in unserem Artikel zum Thema smarte Klimaanlagen.
Auch die richtige Positionierung der Geräte spielt eine wichtige Rolle für den Komfort, insbesondere in Räumen, in denen viele Menschen auf engem Raum unterschiedlich weit von der Klimaanlage entfernt sitzen. Grundlegende Tipps dazu haben wir in unserem Beitrag zur Platzierung von Klimaanlagen zusammengefasst.
Schallschutz nicht vergessen
Offene Büroflächen sind akustisch ohnehin anspruchsvoll: Ohne trennende Wände tragen sich Gespräche, Tastaturgeräusche und auch die Betriebsgeräusche der Klimaanlage weiter durch den Raum als in kleinen Einzelbüros. Bei der Geräteauswahl lohnt sich daher ein Blick auf die Schallwerte der Innengeräte, und auch das Außengerät sollte so platziert und gegebenenfalls schallgedämmt werden, dass es weder im Büro noch für Nachbarn zur Belastung wird.
Und im offenen Wohnbereich?
Auch im privaten Wohnbereich werden Grundrisse zunehmend offener geplant: Wohnzimmer, Essbereich und Küche gehen ohne trennende Wände ineinander über. Die Grundprinzipien ähneln denen im Büro: eine einzelne, zentral platzierte Klimaanlage reicht bei großen, offenen Flächen häufig nicht aus, um jeden Bereich gleichmäßig zu kühlen. Hier sind entweder mehrere gut positionierte Innengeräte oder ein Multi-Split-System mit einem Außengerät für mehrere Räume sinnvoll.
Fazit: Den Herausforderungen der offenen Raumkonzepte kühl entgegentreten
Offene Raumkonzepte bringen für die Klimatisierung eigene Anforderungen mit sich, die sich mit der richtigen Planung aber gut lösen lassen. Statt eines einzelnen, überdimensionierten Geräts empfiehlt sich in der Regel eine zonierte Lösung mit mehreren Innengeräten, etwa über ein VRF- oder Multi-Split-System, kombiniert mit durchdachter Positionierung, smarter Steuerung und ausreichendem Schallschutz. So bleibt es in jedem Bereich der offenen Fläche angenehm kühl, ohne dass einzelne Zonen unter- oder überversorgt werden.
Sie planen ein Open-Space-Büro oder eine offene Wohnfläche und möchten wissen, welches System zu Ihren Räumlichkeiten passt? Unser Team von Wiesmayr Klimatechnik berät Sie gerne bei der Planung Ihrer individuellen Klimalösung. Weitere Informationen zu unseren Lösungen für Büroräume finden Sie auch auf unserer Seite Klimaanlagen für Büroräume.
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Unsere Wiesmayr Klimatechnik Mitarbeiter beraten Sie gerne vor Ort und arbeiten gemeinsam mit Ihnen eine individuelle Lösung für die Klimatisierung Ihrer Räumlichkeiten oder Gebäude aus.



